Herpfer Kirchenchor

Im Jahr 2011 feierten wir viele Jubiläen. Zum einen 400 Jahre Herpfer Kirche, zum anderen aber auch eine ganze Reihe von Höhepunkten und Ereignissen, die mit der Sanierung unseres Kirchturmes verbunden sind. Unter anderem die Aufarbeitung der Turmkugel, welche im Zusammenhang mit der Sanierung erneuert wird und deren Inhalt ausgestellt und aufgearbeitet wurde und wird. Darin enthalten sind unter anderem Schriftstücke aus vielen Jahrhunderten und Jahrzehnten, die uns Aufschluss darüber geben, welche besonderen Ereignisse und Höhepunkte den Ort „Herpf“, die Kirche und seine Geschichte prägten und weiterhin prägen werden.


Es ist für uns als „Herpfer“ wichtig zu wissen - wie war es früher, welche Geschichte erzählt uns die Kirche, mit all Ihren kostbaren Schmuckstücke?

Eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt dabei die Geschichte des Herpfer Kirchenchores.


Nachdem Gerhard Dietz viele Jahrzehnte den Herpfer Kirchenchor erfolgreich geleitet hat, haben wir seit dem Jahre 2000 Silvio Wild als neuen Chorleiter gewinnen können. Dies war eine große Bereicherung für die Kirchgemeinde. Viele Gottesdienste, Feste und kirchlichen Höhepunkte, aber auch traurige Anlässe wurden durch den Kirchenchor unter Leitung von Silvio Wild ausgestaltet. Manchmal lachend, fröhlich und vergnügt, aber auch traurige Anlässe, wurden durch schönen Gesang, Orgelmusik und Rezitationen ausgestaltet und brachten so manchen Zuhörer zum Staunen, aber auch zum Weinen, weil man emotional so ergriffen war. Was wäre ein festlicher Gottesdienst ohne musikalische Umrahmung? Das wäre wie eine Suppe ohne Salz. Die Suppe hätte keinen Geschmack und dem Gottesdienst würde eine ganz entscheidende Säule fehlen.
So haben wir im Laufe der letzten Jahre unser Repertoire an Kirchenmusik ständig, dank des Chorleiters, erweitern können. Während früher meist deutsch gesungen wurde, machen wir heute auch um Englisch, Latein und sogar Italienisch keinen Bogen, was so machen Zuhörer schon mal in Erstaunen versetzt. Ob Alt, ob Jung, alle Sängerinnen und Sänger ziehen mit und obwohl es schon manchmal Überwindung kostet und es nicht mehr jedem so leicht fällt, schmeißt keiner die „Flinte ins Korn“ und gibt auf. Und so hat Mancher, mit 80 Jahren auch noch „italienisch“ gelernt und so mancher junge Knirps kann sich davon eine Scheibe abschneiden.
Das zeigt uns, wie es in einem Lied so treffend heißt: „Es ist nie zu spät“.

 

Und da sind wir schon beim nächsten Stichpunkt, dem Alter der Chorsänger. In unserem Chor singen zur Zeit 18 Sänger mit, wobei das Alter der Sängerinnen und Sänger zwischen 40 bis 80 Jahren  liegt. Es ist schade, dass nicht mehr jüngere Sängerinnen und Sänger das Chorleben bereichern und nur wenige sagen, „ Ich tue etwas für eine gute Sache und gebe einen Teil meiner Freizeit für den Gesang“.  Besonders junge Männerstimmen sind Mangelware und deshalb werden unsere wenigen Männer „gehegt und gepflegt“, so dass sie uns hoffentlich noch viele Jahre mit ihren hervorragenden Stimmen unterstützen. Aber auch vor so einigen Frauenstimmen ziehe ich den Hut, wenn ich feststelle, das manche Sängerinnen schon über 50 Jahre mitsingen und ihre Stimmen nach wie vor klingen, als würde eine Nachtigall trällern.


Wenn man die vielen Stunden der Proben, Konzerte, Auftritte zusammenzählen würde, kämen bei so manchem Sänger sicherlich einige Jahre zusammen, die sie für eine gute Sache gegeben haben und auch noch weiterhin geben werden, denn alle singen aus tiefstem Herzen und mit Freude.

 

Kristin Scholtysek 2012