Kirmes 2026


Lukas 8 - Jesus im Boot

 

Jesus und seine Jünger kamen an den See Genezareth.

Sie nahmen ein Boot und legten ab, um überzusetzen.

Im Boot schlief Jesus ein. - Plötzlich kam ein Sturm von den Bergen her

über den See. Das Wasser schlug ins Boot, und alle waren in großer Gefahr.

Die Jünger weckten Jesus und riefen: Meister, wir gehen unter!

 

Jesus stand auf und sprach ein Machtwort zu dem Sturm und den Wellen -

und alles wurde ruhig. Jesus fragte: Wo ist euer Glaube? Wo ist euer Vertrauen?

Und die Jünger fragten sich erstaunt und erschrocken:

Wer ist das, dass er Wind und Wasser Anweisungen gibt - und die Elemente gehorchen ihm!

 

Wir leben hierzulande wohl nicht in geradezu stürmischen, aber doch in windigen Zeiten -

oder ist es eher eine Art "hektische Ruhe", vergleichsweise, vor dem Sturm?

Wenn man „das alles“ so betrachtet. In unserem Land, in Europa, in der Welt …

Manchmal ist dabei ja unklar, was Realität und was Stimmung ist - doch ist das so leicht zu trennen?

Man weiß gar nicht immer, was man sagen soll - und manchmal sagt man vielleicht besser nicht allzuviel …

Wegen der Stimmung halt und so … Eine gewisse oder auch massive Unruhe herrscht in der Welt, im Land -

und, wer weiß, auch im persönlichen Umfeld oder in einem selbst …-

Bitte, was soll das jetzt, muß ich mir das alles anhören? Laßt mich doch einfach in Ruhe mit alledem! Tja, schön wär's …

 

Plötzlich kam ein Sturm von den Bergen her über den See.

Der war anscheinend nicht vorherzusehen, damals gab's noch keine Wetter-Apps, aber die kriegen ja auch nicht alles mit bzw widersprechen sich … - Jedenfalls kommt er wohl recht plötzlich, der Sturm. Und alle sind in heller Aufregung. Wir gehen unter!

Wir kommen um! Das Land stürzt ab! Der Russe kommt! Der Ulli kommt! Die Erde schmilzt!

 

Und na ja, die Jünger, die Freunde sitzen in einem eher kleinen Boot, das seinen Dienst tut, aber nicht gerade wildwassertauglich ist … Sie sind zwar Fischer, einige jedenfalls, sie kennen den See und können schwimmen - aber mitten auf dem Wasser mitten im Sturm … Da kann man schon mal leicht in Panik geraten!

Meister, wir gehen unter!


Wo ist euer Glaube? Wo ist euer Vertrauen?

Jesus weiß, was Naturgewalten anrichten können. Oder Krankheiten.

Er ist Medizinmann, Heiland - Herr über die materielle und die seelische Welt.

Wo ist euer Glaube? Wo ist euer Vertrauen?

Auch gläubige, zuversichtliche, unerschrockene Menschen können im Sturm umkommen. Oder bei Hochwasser.

Auch solche können tödlich krank werden. Auch solche können einer Gewalttat zum Opfer fallen.

Auch solche können unter den allgemeinen Verhältnissen und Entwicklungen leiden.

Jesus selbst hat darunter gelitten - tödlich sogar.

 

Und doch kann er so sprechen. Weil er Leben und Tod kennt. Weil er der Herr ist.

Wer darauf vertrauen kann, daß die Dimension der Ewigkeit ihn umgibt und auffängt - der muß keine Angst haben.

Gut, das sagt sich so leicht … Der kann der Angst aber etwas entgegensetzen. Der kann bestehen.

Wie Siegfried vor dem Drachen. Oder Odysseus in der Monsterhöhle.

Oder Sarah Connor vor dem Terminator. Oder Mad Max in der Zitadelle.

Oder der Ringträger Frodo auf dem Schicksalsberg.

 

Okay, das sind Helden. Das sind wir vielleicht nicht. Aber wer weiß, was alles in einem steckt.

Der kleine Hobbit aus dem Auenland wußte es erst auch nicht …

 

Kirmes ist Kirchweih. Vergessen wir nicht, warum Kirchen einst gebaut und geweiht worden sind - um die Menschen mit Gott und Jesus bekannt zu machen! Mit dem, der sagt: Laßt euch nicht vom Grauen überwinden! Habt Glauben, habt Vertrauen! In mich - und dadurch auch in Euch selbst! Denn ihr seid in Gottes Ewigkeit geborgen!

 

Der Segen des Herrn sei mit Euch, liebe Kermesgesellschaft, in diesen Kirmestagenund an allen Tagen, mögen sie leicht oder schwer, ruhig oder turbulent, dunkel oder hell sein! Sein Segen sei mit unseren Familien, unserer Kirchgemeinde, unserem Dorf! Amen